Mariakemend

Mariakemend stellt sich vor

 

1.) Der Ort:                         Máriakéménd (Komitat Baranya, Südtransdanubien, Gebiet Mohács)

     Fläche:                           1578 ha, davon 65 ha innerhalb des Dorfes   

     Einwohnerzahl:              580            

   Erreichbarkeit:               Mariakemend liegt im südöstlichen Teil des Komitats Baranya im Hügelland von Baranya. Der Ort ist jeweils etwa 25 km von Pécs und Mohács entfernt.  Er liegt etwa 4 km von Szederkény entfernt an der Landstraße in Richtung Pecsvárad. Am schnellsten ist er über die Autobahn Nr. 60, Ausfahrt Bóly zu erreichen.

 

2.) Geschichte der Ortsgemeinde, Sehenswürdigkeiten

 

Die in den Jahren 1960 durchgeführten archeologischen Grabungen auf dem Gebiet von Mariakemend haben Funde aus den Jahren 200 an den Tag gebracht.

Die ersten schriftlichen Quellen stammen aus dem Jahr 1015, darin stellt König Stephan I. 41 Dörfer - u.a. auch Kemend - unter die Oberhoheit der Benediktinerabtei von Pécsvárad.

In der damaligen Zeit gab es in der Umgebung bereits Mühlen. Die ansässigen Bauern waren frei, sie beschäftigten sich hauptsächlich mit Ackerbau (Weizen) und Viehzucht sowie Weinbau.

Nach der verlorenen Schlacht bei Mohács in 1526 haben Freischärler die Ortschaft von Kemend verwüstet. In 1530 wurde auch Kemend in das türkischen Reich eingegliedert.

Die Ansiedlung von Deutschen erfolgte in den Jahren 1720 bis 1741. Danach beschleunigte sich die Entwicklung der Ortschaft, es wurden neue Häuser, Ställe und Scheunen gebaut.

Nur etwa ein Drittel der Einwohner war ungarischstämmig. In der Hauptstraße wohnten die begüterten deutschen Bauern, in der Horvat Straße die ärmeren Deutschen, Kroaten und Ungarn.

Dass aus Kemend Mariakemend wurde, gründet auf der folgenden Begebenheit:

Im Jahre 1740 sammelten fünf Mädchen aus Kemend Gras auf der Wiese, etwa 800 Meter von der Ortschaft entfernt, auf dem Gebiet des früheren Friedhofs. Plötzlich fiel ihnen auf, dass sich aus einem versunkenen Grab ein glänzendes Bild hervorhebt: es war ein Marienbild mit dem kleinen Jesus auf dem Arm. Die Nachricht über diese Begebenheit verbreitete sich in der Umgebung, und trotz eines bischöflichen Verbots wuchs die Zahl der dorthin Pilgernden stetig an. Die Einwohner von Kemend beantragten eine Pfarrei.

Der Bau einer neuen großen Kirche an der Stelle der früheren Kapelle wurde in 1746 begonnen. Er finanzierte sich ausschließlich aus Spenden der Pilger.

Die Kirche wurde am 8. Dezember 1754, am Tag der Himmelfahrt Mariens eingeweiht, es gelang jedoch nicht, die urspünglich geplanten zwei Türme zu erbauen.

Der vollkommenen Ablass wurde der Kirche zu Ehren des Marienfestes am 15. August von Papst Clemens XIV gewährt. Auch heute noch besuchen Tausende von Pilgern die im gotischen Stil erbaute Kirche.

Im 19. Jahrhundert wurde verstärkt mit der Rodung der Wälder, Urbarmachung des Bodens sowie der Intensivierung der Viehzucht und dem größerflächigen Weinbau auf dem Gebiet der Ortschaft begonnen. Dadurch entstanden auch viele Presshäuser, wovon eine spätere Aufzeichnung aus dem Jahr 1910 kundtut: "Es gibt mehr Presshäuser als Wohnhäuser.". 

 

Ein Großteil der männlichen Bevölkerung des Dorfes wurde im Ersten Weltkrieg eingezogen und sehr viele sind gefallen. Ihrer gedachten die Ortsansässigen in 1938 mit der Einweihung einer Gedenkstätte mit Zsolnay-Keramiken an einem der Seitenflügel der Kirche. An die Gefallenen im Zweiten Weltkrieg erinnert an gleicher Stätte eine in 1993 errichtete Gedenktafel.

In 1947 wurde mit der Zwangsaussiedlung der deutschsprachigen Einwohner begonnen. Gleichzeitig wurden Ungarn, die aus - dem zur Tschechoslowakei zugeordneten - Oberungarn ver¬triebenen wurden oder von der Großen Ungarischen Tiefebene kamen, angesiedelt.

Von den 60er Jahren bis zum Systemwechsel vegetierte Mariakemend im Schatten des benachbarten Szederkény als Partnergemeinde. In 1992 ist ein selbständiges Notariat eingerichtet worden, seither hat sich die Ortschaft sehenswert weiterentwickelt.

Eines der Sehenswürdigkeiten ist die einzigartige Reihe von Presshäusern, die in einer Länge von 2,5 km auf den Hängen im Osten der Ortschaft erbaut wurden. Die meisten unter ihnen sind noch in ihrer ursprünglichen Form zu sehen. Die Ortschaft ist auch Teil der Weißweinstraße Mohacs-Bóly, wodurch man sich einen Aufschwung des Weintourismus erhofft.

Auf der Ebene der Architektur sind hauptsächlich die im letzten Jahrhundert entstandenen schwäbischen Bauernhöfe mit ihren Haupthäusern, weiten Innenhöfen, großen Wirtschaftsgebäuden und Gärten zu nennen, auch hier sind einige noch im ursprünglichen Zustand zu sehen.

In 2000 wurde das Dorfmuseum eingeweiht. Hier sind besonders die früheren häuslichen Gegen¬stände der deutschen Bauerngehöfte zu sehen und auch die Geschichte des Dorfes wurde dargestellt.

Etwa 1 km von der Ortschaft entfernt liegt die gotische Gnadenkirche. Sie wurde 1671 in ihre heutige Form gebracht, die auch die barokke Elemente aufweist.

 

                        Bilder

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

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